Welpe zur Ruhe kommen lassen: Tipps für entspannte Lernphasen im Studium

Welpe zur Ruhe kommen lassen im Studium: entspannte Lernphase mit ruhig schlafendem Welpe

Ein müder Welpe ist ein ruhiger Welpe. Das war meine Theorie, bevor ich sie an einem echten Hund getestet habe. Ein müder Welpe ist in Wirklichkeit oft ein Welpe mit noch mehr Nervenenergie, die sich ausgerechnet in dem Moment entlädt, in dem ich mich für mein nächstes Pädagogik-Seminar konzentrieren müsste.

Ich bin Lehramtsstudentin hier in Leipzig, und seit ein paar Monaten teile ich mir die Wohnung mit einem Mischlingswelpen aus dem Tierschutz. Studium mit Hund klang in meinem Kopf nach entspannten Spaziergängen zwischen zwei Vorlesungen. In echt ist es meistens Puppy Blues pur – und Welpenerziehung frisst gerade mehr Zeit als jedes Modul, das ich belege.

Der Zusammenbruch, den niemand in der Fachschaft versteht

An diesem einen Dienstagabend saß ich einfach nur da und heulte, weil ein vier Kilo schwerer Hund mein ganzes durchgeplantes Studileben auf den Kopf gestellt hatte. Es war kein hübsches Weinen. Es war dieses hässliche Schluchzen, bei dem man sich gleichzeitig dafür schämt, dass man wegen eines Welpen so durchdreht.

Screenshots von schlafenden Hundewelpen erreichen mich in solchen Nächten meistens von meiner Freundin Carolin aus der Heimat – ausgerechnet dann, wenn bei uns gerade gar nichts nach Schlaf aussieht.

Kommilitonen aus der Fachschaft meinen dann nur: "Ist doch süß, der schläft doch bestimmt viel." NEIN, TUT ER NICHT. Mich macht so ein gut gemeinter Satz manchmal wütender als der Schlafmangel selbst.

Zerbissenes Kissen und Reinigungsmittel als Sinnbild für Puppy Blues und stressigen Alltag mit Welpe im Studium

Warum ein müder Welpe nicht automatisch ruhig wird

Wochenlang dachte ich, mitten in der Prüfungsphase, ich müsse ihn einfach nur auspowern, damit er abends von selbst zur Ruhe kommt.

Also bin ich abends noch schnell über das Gelände am Völkerschlachtdenkmal gelaufen, eine große Extra-Runde, extra lang, damit er für die Nacht müde genug wird.

Überdreht kam er trotzdem zurück – oder gerade deswegen.

Fast auf die Minute genau, keine drei Minuten nachdem ich abends das Licht ausgemacht hatte, fing aus seiner Schlafbox dieses leise, hohe Wimmern an, obwohl er von der langen Runde eigentlich hundemüde hätte sein müssen.

Ein Welpe weiß nämlich nicht von allein, dass er müde ist. Er dreht sich immer weiter rein, bis er komplett überreizt ist – ungefähr so, wie ich nach der dritten durchgemachten Nacht in Folge auch nicht auf Kommando abschalten kann, nur weil ich müde bin.

Wenn dein Welpe seine wilden 5 Minuten hat, ist das oft kein Zeichen von zu wenig Auslauf, sondern von überreizten Nerven – das musste ich auf die harte Tour lernen.

Totlaufen bringt also nichts. Ruhe ist etwas, das ein Welpe lernen muss, kein Zustand, den man ihm antrainiert, indem man ihn körperlich verbraucht.

Wegsperren scheiterte bei uns an der Welpenerziehung

Überall liest man, man solle den Welpen wegsperren oder in ein anderes Zimmer bringen, damit er zur Ruhe kommt.

Bei uns hat das nicht geklappt. Er hat gebrüllt, als würde ich ihn aussetzen, und ich saß mit schlechtem Gewissen am Schreibtisch und konnte erst recht nicht lernen.

Mein Online-Welpenkurs hat mir dann kontrolliertes Dabeisein gezeigt: Ich bleibe in seiner Nähe, während ich Dinge tue, die für ihn stinklangweilig sind – Skripte lesen, kaum bewegen, nicht ansehen, nicht reden. Er hat mir dabei sein Spielzeug auf den Schoß geworfen, meine Zehen gejagt und mir mitten im Lesen EINFACH DEN STIFT GEKLAUT.

Klara, meine Nachbarin aus dem zweiten Stock, hat mir irgendwann einen zähen Kauartikel rübergereicht, an dem ihr eigener Labrador längst das Interesse verloren hatte – und der wurde mein Rettungsanker für diese Lernphasen.

Diese Impulskontrolle fördert das Wegsperren eben nicht. Er lernt, dass meine Anwesenheit nicht automatisch Action bedeutet, sondern dass es okay ist, einfach nur neben mir zu existieren, während ich arbeite.

Wie ich damit umgegangen bin, als der Welpe ständig in Hände und Füße gebissen hat, erzähle ich an anderer Stelle ausführlicher – hier reicht so viel: Es war nicht nur Geduld.

Welpe ruht entspannt auf Decke neben Schreibtisch – ruhige Lernphase dank Welpenerziehung im Studium

Ruheinseln fest in den Lernplan einbauen

Mein Tag ist inzwischen ziemlich strukturiert, gerade um die Phasen herum, in denen er nach dem Fressen oder einer kurzen Löserunde sowieso etwas müder ist.

Früher bin ich sofort an den Laptop gesprungen und habe hektisch draufgetippt. Heute setze ich mich erst fünf Minuten still dazu, bis er sich wirklich hingelegt hat.

Der Langeweile-Anker ist bei uns genau der Kauartikel von Klara: Er liegt nur auf einer bestimmten Decke neben meinem Schreibtisch, es gibt ihn nur, wenn ich lerne, und sonst passiert dort nichts Aufregendes.

Blickkontakt vermeide ich komplett, sobald er ruhig ist – so hart sich das anfühlt, weil ein Blick von mir für ihn sofort "Party" bedeutet.

Und meinen Uni-Rhythmus habe ich angepasst: Ich lerne jetzt in 90-Minuten-Blöcken, mit kurzen Pausen dazwischen, in denen wir beide bewusst nicht wild toben, sonst kriege ich ihn danach nie wieder runter.

Nebenbei kämpfe ich noch mit einem ganzen Sammelsurium anderer Baustellen. Warum er nachts noch nicht richtig durchschläft, wie ich ihm beibringe, allein in der Wohnung zu bleiben, ohne dass er in Panik gerät, und wie ich seine Körpersprache lesen lerne, bevor er komplett überdreht – das sind gerade meine Dauerbrenner. Dazu kommt, dass ich verhindern will, dass er wirklich alles vom Boden frisst, dass ich ihn langsam an Geräusche wie den Staubsauger gewöhne, dass ich beim Belohnen ein besseres Timing hinbekomme statt nur Glück zu haben, dass er nachts nicht mehr ins Bett pinkelt, und dass ich das Zeitfenster für seine Sozialisierung nicht komplett verpasse, obwohl zwischen Bibliothek und Spazierrunde kaum noch Luft ist.

Der Abend mit der Chipstüte

In der siebten Woche saß ich wieder am Schreibtisch, mitten in einem Kapitel über Entwicklungspsychologie versunken, als ich ein Rascheln hörte.

Er schleifte eine leere Chipstüte quer durchs Zimmer wie eine Trophäe, völlig stolz auf sich – und ich musste an diesem Abend zum ersten Mal lachen statt zu heulen.

Was bei uns wirklich etwas verändert hat, war nicht eine einzelne Methode, sondern dass ich drangeblieben bin, auch an den Abenden, an denen ich am liebsten hingeschmissen hätte. Wenn du dir gerade nur eine Sache aus diesem Chaos hier mitnimmst, dann die: Konsequenz schlägt die perfekte Technik, jedes Mal.

Falls du gerade auch denkst, dass sich das nie wieder normal anfühlen wird, mitten im eigenen Chaos: Du bist nicht allein damit. Wie ich später das Leinentraining im Alltag meistere, schreibe ich dir bald ausführlicher auf – das war die nächste große Baustelle nach dem Thema Ruhe.