
Wie soll ein Tagesablauf mit Vorlesungsplan und meinem vierzehn Wochen alten Tierschutzhund überhaupt funktionieren, wenn beide Seiten gerade komplett überfordert sind? Eine fertige Antwort hab ich nicht – nur einen Plan, der gerade so hält, mitten in meinem chaotischen Welpenalltag zwischen Seminaren und Pipi-Pfützen.
Kurzer Zwischenstopp, bevor es weitergeht: Affiliate-Links sind Teil dieses Textes. Buchst du darüber einen Kurs, bekomme ich eine kleine Provision – für dich ändert sich am Preis nichts, aber es hilft mir, die Küchenrolle zu finanzieren, die mein kleiner Tierschutzwelpe gerade in Rekordtempo verbraucht. Empfohlen wird hier nur, was mich selbst gerade davor bewahrt, komplett zu verzweifeln. Die vollständige Offenlegung findest du am Ende der Seite.
Der Tagesablauf mit Uni und Welpe
Die kurze Antwort: ja, aber anders, als ich mir das am Anfang vorgestellt hatte. Nicht mit festen Uhrzeiten, sondern mit einer festen Reihenfolge – das hat sich als der einzige Weg herausgestellt, der bei uns beiden hält. Sobald er wach wird, meistens deutlich vor meinem ersten Kaffee, geht es im Schlafanzug direkt raus, ohne Spiel und ohne Gequatsche, nur Pipi, danach Frühstück für ihn. Fast immer kommt anschließend eine Tiefschlafphase, mein wertvollstes Zeitfenster: Handy weg, Uni-Text auf, so lange er still bleibt. Wird er wach, gibt es ein bisschen Kopfarbeit – Leckerlis in der Wohnung verstecken, kurz das Deckentraining üben, dann nochmal kurz raus. Studentenleben und Welpenalltag lassen sich eben nicht synchronisieren, nur nacheinander abarbeiten.
Meine Mitbewohnerin Nele guckt inzwischen nicht mal mehr komisch, wenn ich um sechs im Schlafanzug mit Leine aus der Wohnungstür stolpere – ihr Freund kommt sowieso fast jedes Wochenende aus Halle rüber und findet das Ganze eher amüsant als anstrengend.
Schlaf zuerst: Warum ohne Ruhephasen nichts läuft
In der ersten Zeit war ich völlig übermotiviert. Wir waren am Cospudener See unterwegs, haben Menschen beobachtet, 'Sitz' geübt, bis er keine Lust mehr hatte – und abends hat er mich dafür so heftig in die Waden gezwickt, dass ich schreiend auf dem Sofa saß.
Mirjam Cordt hat mir in meinem Online-Kurs Lass das Glück einziehen ziemlich deutlich klargemacht, dass nicht der Hund das Problem war, sondern mein Tempo. Ein Welpe in diesem Alter braucht bis zu 18 bis 20 Stunden Schlaf am Tag – deutlich mehr, als die meisten Menschen glauben, wenn sie ihn wach und quicklebendig auf dem Boden sehen. Bekommt er diese Ruhephasen nicht, wird er zum kleinen Chaos-Torpedo. Wie viele Stunden das bei 14 Wochen realistisch bedeutet und wie man das ohne Dauerstreit durchsetzt, hab ich ausführlicher hier aufgeschrieben: Welpe zur Ruhe kommen lassen.

Rauszeiten: Wie oft bei einem 14-Wochen-Welpen
Öfter, als mir am Anfang klar war. Raus nach jedem Aufwachen, nach jedem Fressen, und dazwischen sicherheitshalber sowieso – feste Pinkel-Slots sind das eigentliche Gerüst meines Tagesplans, nicht die schönen Extras wie Spielen oder Training. Am Cospudener See nutze ich die längeren Runden zusätzlich dafür, ihn kurz an fremde Menschen und andere Hunde zu gewöhnen, solange dieses Zeitfenster für ihn überhaupt noch offen ist. Nachts schläft er inzwischen zuverlässiger, aber 'durchschlafen' im klassischen Sinne ist nochmal ein eigenes Fass, das andere ausführlicher aufgemacht haben als ich hier. Und ja, er beißt zwischendurch immer noch zu – auch das ist ein eigenes Kapitel für sich, das ich an dieser Stelle nicht aufmache.
Die Nachmittags-Zwickmühle zwischen zwei Vorlesungen
Nachmittags kommen bei uns die 'wilden 5 Minuten' – dieser Moment, in dem er wie von der Tarantel gestochen durch die Wohnung tobt. Früher bin ich dann fast verzweifelt, inzwischen weiß ich: Er ist einfach übermüdet, nicht durchgeknallt. Ich lasse das Toben so gut es geht laufen und helfe ihm danach, runterzukommen. Was bei diesem nachmittäglichen und abendlichen Überdrehen tatsächlich hilft, hab ich in einem eigenen Text gesammelt: abendliches Überdrehen bei Welpen. Es beruhigt ungemein zu wissen, dass das kein Sonderfall von uns beiden ist.

Der Welpe rastet im Seminar aus
Letzte Woche saß ich in einem wichtigen Zoom-Seminar und dachte, ich hätte vorgesorgt: ein Kong, gut gefüllt, sollte ihn beschäftigen. Fünf Minuten später hat er den Kong mit voller Wucht gegen die Heizung gehämmert, so laut, dass mein Dozent fragte, ob bei mir gerade eingebrochen wird. Kamera aus, Mikro stumm, mit dem Fuß versucht, ihn zu beruhigen, während ich gleichzeitig Notizen mitschreiben sollte – DAS ist Studentenleben mit Welpe in einem einzigen Satz.
Dass er bei plötzlichem Lärm zusammenzuckt, ist sein eigenes Thema, an dem wir separat arbeiten, genauso wie am Abbruchsignal für den Moment, in dem er gerade wieder etwas vom Boden aufsammeln will, das er nicht sollte. Manchmal frage ich mich, ob ich meiner Welpen Erstausstattung für Studenten nicht direkt ein Paar Kopfhörer mit Lärmschutz hätte hinzufügen sollen.
Was mir in solchen Momenten wirklich hilft, ist weniger das Training an sich, sondern der Kurs Lass das Glück einziehen von Mirjam Cordt – der erklärt nicht nur, wie der Hund sitzen lernt, sondern wie man selbst nicht komplett durchdreht, wenn der Welpe einen an den Rand des Wahnsinns bringt. Diese emotionale Seite ist für mich als Anfängerin ehrlich wichtiger als jedes Kunststück.

Alleinbleiben üben, wenn die Vorlesung ruft
Alleinbleiben gehört bei uns von Anfang an als fester Programmpunkt in den Tagesplan, nicht als Notlösung für den Ernstfall, wenn ich wirklich mal weg muss. Kurze Slots, oft wiederholt, lange bevor es wirklich nötig ist.
Am Anfang hab ich es falsch angepackt und sein Jaulen einfach ignoriert, in der Annahme, das legt sich von allein. Es wurde nach ein paar Nächten schlimmer, nicht besser. Danach hab ich umgestellt: kürzere Abwesenheiten, erstmal nur direkt vor der Tür bleiben, langsam steigern.
Vor ein paar Tagen ist etwas passiert, das mir zeigt, dass sich das lohnt: Ich stand mit Jacke und Schlüssel an der Haustür, bereit für den kurzen Sprint zur Bushaltestelle, und er hat sich einfach hingesetzt und mich angeschaut – kein Sprung Richtung Treppenhaus, kein Quietschen, nur dieser ruhige Blick, als würde er sagen, ist schon okay, du kommst wieder.
Tamara aus meinem Kurs hat neulich im Gruppen-Chat genau das gefragt: ob das Jaulen von allein aufhört oder ob man aktiv üben muss. Sie hat eine total ruhige Art, Panikfragen runterzuregeln, ohne sie kleinzureden, und meinte einfach: kleine Schritte, öfter wiederholen, sich nicht für jeden Rückschritt selbst fertigmachen. Genau das mache ich jetzt auch.
Was am Ende bleibt: weniger Puppy Blues, mehr Alltag
Der Plan hat meinen Puppy-Blues-Pegel spürbar gesenkt – nicht weil das Chaos verschwindet, sondern weil ich wenigstens weiß, was als Nächstes ansteht. Dass Timing beim Loben fast alles entscheidet, lerne ich gerade auch: zu spät gelobt, und er hat schon vergessen, wofür. Genauso übe ich, seine Körpersprache zu lesen, bevor eine Situation eskaliert, statt erst hinterher zu reagieren.
Wir sind noch lange nicht am Ziel, und mein Tagesablauf ist eher ein Überlebensplan als eine perfekte Routine. Wenn du gerade in derselben Phase steckst: Du bist nicht allein damit, und es ist okay, den Hund manchmal doof zu finden. Hol dir trotzdem Unterstützung, bevor du komplett ausbrennst – bei mir waren das ein strukturierter Plan wie der Traumhundgenerator und der Kurs von Mirjam Cordt, die mich beide an die Hand genommen haben, als ich sie am dringendsten brauchte.
Tief durchatmen. Und versteck deine Ladekabel. ERNSTHAFT.