Angstphasen beim Welpen: Wie mir der Online-Welpenkurs im Alltag hilft

Welpen-Erziehung in der Angstphase: Tierschutzwelpe wirkt unsicher, während die Halterin nach einem Online-Welpenkurs sucht

Er steht mitten auf dem Weg im Mariannenpark Gohlis, alle vier Pfoten wie festgewachsen, und fixiert eine Plastiktüte, die im Wind wackelt. Ziehen bringt nichts, das hab ich in Sachen Welpen-Erziehung mittlerweile kapiert, also bleib ich einfach stehen und warte, während mein Tierschutzhund entscheidet, ob die Tüte ihn gleich auffrisst. Genau solche Szenen waren der Grund, warum ich mir eine Online-Hundeschule bzw. einen Online-Welpenkurs gesucht habe – und warum ich inzwischen weiß, dass das, was alle Puppy Blues nennen, meistens mit genau diesen Angstphasen anfängt.

Kurzer Break für Transparenz, bevor es weitergeht: Ich verlinke hier zu Online-Kursen, für die ich eine Provision bekomme, wenn du darüber buchst – am Preis für dich ändert das nichts, und ich empfehle nur, was mir in echten Krisenmomenten wirklich geholfen hat. Hier findest du meine vollständige Offenlegung.

Klingt einfach. Ist es nicht, wenn man mitten im Park steht, der Rucksack drückt und man eigentlich SOFORT im Seminar sitzen sollte.

Der Mythos, den mir niemand vorher erklärt hat: Wenn ein Welpe plötzlich vor Dingen Angst hat, die ihn vorher nie gestört haben, heißt das nicht, dass in deiner Welpen-Erziehung was schiefgelaufen ist. Das ist eine Angstphase, ein ganz normaler Entwicklungsabschnitt, und sie hat nichts mit deiner Kompetenz als Halterin zu tun. Die Regel, die mir seitdem hilft: nicht ziehen, nicht schimpfen, einfach stehen bleiben, bis er selbst den ersten Schritt macht.

Warum wird mein Welpe plötzlich vor allem ängstlich?

Niemand hatte mir vorher gesagt, dass das kommt. Von einem Tag auf den anderen war der Mülleimer im Hausflur ein Monster, ein Fahrrad am Ständer ein Angriff, ein Rascheln im Gebüsch im Mariannenpark Gohlis ein Grund, komplett einzufrieren. Ich dachte zuerst, ich hätte in der Erziehung irgendwas verbockt.

Puppy-Blues Alltag: 14 Wochen alter Welpe sitzt unsicher neben dem Putzeimer während einer Angstphase

Carolin, meine beste Freundin aus der Heimat, hat davon natürlich keine Ahnung – sie schickt mir Screenshots von süßen Hunde-Reels, meistens so gegen Mitternacht, wenn ich gerade zum dritten Mal versuche, ihn zu beruhigen. Verstehen tut sie's trotzdem nicht ganz, aber ich liebe sie dafür, dass sie's überhaupt versucht.

Einmal hab ich sogar im WG-Forum unserer Hausgemeinschaft nachgefragt, ob jemand Erfahrung mit sowas hat. Die einzige Antwort, die kam: "Gib ihn halt zurück, wenn's so schlimm ist." Danach hab ich das Forum nie wieder für sowas benutzt.

Klara aus dem zweiten Stock war da anders. Sie hat selbst einen Labrador, mittlerweile schon älter, und leiht mir ab und zu eine längere Leine oder ein Kauspielzeug, wenn meiner gerade wieder was zerlegt hat. Reden konnte ich mit ihr trotzdem nur begrenzt – sie kennt die Welpenphase einfach nicht mehr aus erster Hand.

Der Mythos von der falschen Welpen-Erziehung

Was tatsächlich geholfen hat, war nicht mehr Kommandotraining, sondern seine Körpersprache lesen zu lernen – die Ohrenstellung, der Schwanz, ob er sich versteift oder nur kurz zögert. Das war der eigentliche Unterschied zwischen "er ist stur" und "er hat gerade Angst". Sobald ich das trennen konnte, hab ich aufgehört, jede Angstreaktion als meinen persönlichen Erziehungsfehler abzuspeichern.

Online-Welpenkurs auf dem Smartphone: Lehramtsstudentin lernt Welpen-Erziehung, während der Welpe im Hintergrund spielt

Trainer würden das wahrscheinlich anders erklären, mit Fachbegriffen und Studien. Ich erklär's so, wie ich's im Park erlebt hab: Ein Welpe, der einfriert, testet nicht deine Autorität. Er ist gerade ehrlich überfordert, genau wie ich an manchen Abenden auch.

Kleine Fortschritte zählen, auch wenn sie winzig sind

Wenn wir nass vom Regen aus dem Innenhof reinkommen, riecht die ganze Wohnung zehn Minuten lang nach nassem Hund, und ich hab aufgehört, das eklig zu finden.

Neulich im Mariannenpark Gohlis ist er fünf Schritte neben mir hergelaufen, ohne ein einziges Mal an der Leine zu ziehen. Fünf Schritte. Ich hab sie gezählt wie eine Verrückte und innerlich einen kleinen Freudentanz hingelegt.

Nachts durchschlafen ist nochmal ein komplett anderes Kapitel, an dem wir noch arbeiten. Dass er in Finger und Ärmel knabbert, wenn er übermüdet ist, kommt on top. Alleinebleiben üben wir bisher nur in Mini-Häppchen von ein paar Minuten.

Das Zeitfenster fürs Sozialisieren tickt ja parallel die ganze Zeit mit, ob ich will oder nicht. Stubenrein sind wir auch noch nicht ganz durch, auch wenn's besser wird. Und was er alles vom Boden aufsammelt, bevor ich "Nein" überhaupt zu Ende gesagt hab, ist ein Kapitel für sich.

An laute Geräusche wie den Staubsauger gewöhnt er sich zum Glück Stück für Stück, auch wenn Angstphase und Geräuschempfindlichkeit sich manchmal gegenseitig hochschaukeln. Wenn er übermüdet ist und partout nicht runterkommt, dreht sich sowieso alles nochmal anders auf. Richtig timen, wann ich ihn belohne, ist das Thema, an dem ich am längsten rumgebastelt hab, und sein Futter verteidigt er zum Glück bisher nicht. Wie lange so ein Welpe überhaupt am Stück laufen sollte, ohne dass die Gelenke leiden, ist auch nochmal sein eigenes Fass.

Einen Kurs nutzen statt das Forum fragen

Bevor überhaupt ein Kurs infrage kam, stand sowieso erstmal das Naheliegende an: Wohnung welpensicher machen, damit wenigstens die Wohnung kein zusätzliches Angst-Feld ist. Aber der Kopf des Hundes lässt sich damit natürlich nicht kindersicher machen.

Ich hab mich für Lass das Glück einziehen von Mirjam Cordt entschieden, nachdem das WG-Forum mich im Stich gelassen hatte. Was mich überzeugt hat: Der Kurs redet nicht nur über Sitz und Platz, sondern auch über die Überforderung selbst, über Puppy Blues, über diesen Moment, wenn man am liebsten heulend auf dem Boden sitzen bleiben würde. Genau diese Mischung aus Struktur und "du bist nicht allein" hat mir gefehlt, als ich noch alleine mit dem WG-Forum unterwegs war.

Angstphase beim Welpen: Tierschutzhund beobachtet vorsichtig einen dunklen Busch im Mariannenpark Gohlis

Für alles, was sich wie ein Nachschlagewerk anfühlen soll, hab ich mir daneben auch die Online Hundeschule angeschaut, mit ihren 57 Lektionen zu praktisch jedem Einzelthema, das einem in den ersten Monaten begegnet – auch wenn ich zugeben muss, dass mich die schiere Menge an Videos manchmal eher überfordert als beruhigt hat. Wie viel Welpe schläft viel eigentlich wirklich braucht, hab ich übrigens erst über so ein Modul kapiert.

Der Traumhundgenerator mit seinem 12-Wochen-Rahmen per Mail war für eine Bekannte aus meiner Welpen-Gruppe genau das Richtige, weil sie sich nicht selbst durch Videos klicken wollte – bei mir hat sich das Format nie ganz durchgesetzt, ich brauch offenbar eher was zum Anschauen als zum Lesen.

Wenn du gerade an dem Punkt bist, an dem dich eine erstarrte Hundeleine mehr aus der Fassung bringt als jede Prüfungsphase: Es wird nicht auf einen Schlag besser, aber es wird handhabbar. Schau dir vielleicht Lass das Glück einziehen an, wenn du wie ich lieber eine Struktur willst, die die Überforderung mitdenkt, statt nur Kommandos abzuspulen.

Falls dein Welpe gerade wieder vor irgendwas erstarrt, das gestern noch völlig harmlos war: Das ist kein Beweis für schlechte Erziehung, sondern nur eine Phase, die vorbeigeht, wenn du ihm die Zeit gibst, die er braucht. Zieh nicht. Schrei nicht. Warte einfach, bis die Pfoten sich wieder lösen – das ist die einzige Regel, die bei uns im Mariannenpark Gohlis bisher wirklich funktioniert hat.