Welpe Impulskontrolle trainieren: Mehr Ruhe im Alltag durch gezielte Übungen

Welpe Impulskontrolle trainieren: Tierschutzwelpe übt Ruhe im Alltag mit Hund

Dein Welpe liegt fünf Minuten ruhig und schießt im nächsten Moment durch die ganze Wohnung, nur weil draußen eine Taube vorbeifliegt. Genau darum geht es bei uns gerade – seit ich mit meinem Tierschutz-Welpen versuche, Impulskontrolle in unseren Alltag mit Hund zu bringen, fühlt sich Welpenerziehung manchmal an wie ein Fass ohne Boden.

Kurz zur Offenlegung, bevor es weitergeht: Dieser Text enthält Affiliate-Links zu Online-Kursen, die ich als Anfängerin selbst ausprobiert habe. Kaufst du darüber etwas, bekomme ich eine kleine Provision – für dich ändert sich am Preis nichts. Ich schreibe hier nicht als Hundetrainerin, sondern als Lehramtsstudentin, die mit einem chaotischen Welpen aus dem Tierschutz klarkommen muss.

Mein Welpen-Chaos und die Puppy Blues

Neulich abends lag mein besticktes Kissen von Oma in Fetzen im Flur, schon wieder hatte er es zerlegt, während er erwartungsvoll um mich herumhüpfte, bereit für Runde zwei.

Zerfetzte Kissenfüllung im Flur der Altbauwohnung – typisches Welpen-Chaos vor der Impulskontrolle

So sieht bei uns im Moment fast jeder Abend aus, und niemand in meinem Freundeskreis versteht wirklich, was Puppy Blues bedeutet – außer Svenja, einer Studienfreundin mit eigenem Border-Collie-Mix, die mir andauernd erzählt, dass sie selbst kurz davor war, ihren Hund wieder abzugeben.

Sie hat recht behalten: Es gibt Tage, an denen ich am liebsten die Tür hinter mir zumachen und einfach wegrennen würde – aber dann erinnere ich mich, dass es normal ist, sich von einem vierzehn Wochen alten Wildfang komplett überrumpelt zu fühlen.

Auf der Suche nach etwas, das über das reine "Sitz und Platz" hinausgeht, bin ich auf den Kurs Lass das Glück einziehen von Mirjam Cordt gestoßen, der genau diese Überforderungsphase anspricht. Was mich überzeugt hat: die niedrige Rückgabequote von rund 3 Prozent laut DigiStore24-Statistik – das klang nach einem Kurs, der wirklich hält, was er verspricht.

Der Denkfehler bei meinem ersten Impulskontroll-Versuch

Am Anfang dachte ich, Impulskontrolle heißt einfach: Der Hund steht still, bis ich ihm die Erlaubnis gebe. Ich habe ihn vor dem Futternapf zittern lassen und an der kurzen Leine gehalten, sobald andere Hunde vorbeikamen.

Falsch gedacht.

Er wurde dadurch nur hibbeliger und ist in der Wohnung regelrecht explodiert, sobald die Anspannung sich löste.

Mein Abbruch-Kriterium ist inzwischen simpel: Wird er nach einer Übung unruhiger statt ruhiger, war sie zu viel verlangt, und ich höre sofort auf, statt draufzusetzen.

Jemand im Kurs-Forum hatte vorgeschlagen, eine alte Decke mit meinem Geruch ins Körbchen zu legen, damit er sich sicherer fühlt – bei uns hat er das gute Stück binnen einer Minute zerlegt, statt sich beruhigt draufzulegen.

Weniger Welpenerziehung nach Schema F bringt oft mehr Ruhe

Inzwischen üben wir viel weniger aktives Warten-Müssen und dafür mehr echtes Nichtstun – einfach nebeneinander sitzen, ohne dass er für irgendetwas ein Signal von mir braucht.

Meine eigene Anspannung spielt dabei eine riesige Rolle: Komme ich gestresst aus einem Seminar über Bildungstheorie nach Hause, merkt er das sofort und dreht selbst schneller auf.

Wann genau ich lobe, verändert erstaunlich viel – ein Leckerli eine Sekunde zu spät, und er hat schon wieder etwas ganz anderes im Kopf, das mit Ruhe nichts mehr zu tun hat.

Die Wohnung so einrichten, dass Impulskontrolle leichter fällt

Unsere Altbauwohnung im dritten Stock in Gohlis ohne Aufzug hat hohe Stuckdecken und ein schmales Flurbrett, das bei jedem seiner Sprints laut knarzt – genau dieser Flur war früher unsere größte Kampfzone.

Also habe ich angefangen, die Wohnung so umzuräumen, dass er gar nicht erst in Versuchung kommt, alles zu zerlegen – Wohnung welpensicher machen war für uns am Ende wichtiger als jede einzelne Trainingseinheit.

Ein übermüdeter Welpe kann ohnehin keine Impulskontrolle zeigen, egal wie sehr ich es fordere – dann hilft nur noch, ihn wirklich zur Ruhe kommen zu lassen, bevor überhaupt weitertrainiert wird.

Mit dem Trubel im Rosenthal-Park umgehen

Rosenthal-Park Leipzig ist für einen Welpen aus dem Tierschutz wie ein Wochenende auf einem Festival: Straßenbahnen in der Nähe, andere Hunde, Menschen mit Döner-Resten in der Hand, einfach alles gleichzeitig.

Früher habe ich ihn an jeder Ecke korrigiert, "Nein", "Aus", "Lass das" – irgendwann habe ich gemerkt, dass ich nur noch am Meckern war und er davon eher aufgedrehter wurde.

Jetzt setzen wir uns oft einfach auf eine Bank und beobachten, ohne dass er irgendetwas leisten muss – er soll lernen, dass die Welt an ihm vorbeizieht, ohne dass er sofort reagieren muss. Was wir da eigentlich trainieren, würde man wohl unter Sozialisierung fassen, aber das ist nochmal ein eigenes Thema für sich.

Lehramtsstudentin übt mit Tierschutzwelpe ruhiges Beobachten im Rosenthal-Park Leipzig

Wenn es doch mal zu viel wird und ich nicht weiß, warum er gerade komplett dreht, schlage ich im Online Hundeschule Welpenkurs nach – 57 Lektionen, die wirklich fast jedes Einzelproblem abdecken, wie ein Nachschlagewerk für den Notfall.

Zwischen Hausarbeiten schreiben und Prüfungsphase fühlt sich das manchmal an wie zwei Vollzeitjobs gleichzeitig, und gerade dann hilft mir der Artikel über Studium und Hund, wenigstens ein bisschen Struktur reinzubringen.

Kleine Fortschritte zählen auch ohne perfektes Kommando

Neulich blieb er mitten auf dem Weg im Rosenthal-Park einfach von selbst sitzen, als ich nur kurz die Hand hob – kein Leckerli in der Tasche, kein Kommando-Wort, nur diese eine stille Sekunde, in der ich dachte: Er hat's wirklich kapiert.

Das ist für mich inzwischen ein größerer Erfolg als jedes perfekte Bei-Fuß-Kommando, auch wenn wir im Treppenhaus immer noch Tage haben, an denen er den Postboten am liebsten auffressen würde.

Was uns durch diese Phasen trägt, sind eigentlich die Bindungsübungen, bei denen es überhaupt nicht um Kommandos geht, sondern nur darum, als Team zusammenzuwachsen.

Gerade als alles im Chaos unterzugehen drohte, hat mir außerdem der Traumhundgenerator mit seinen täglichen E-Mails über mehrere Wochen hinweg eine Art Struktur gegeben, an der ich mich festhalten konnte.

Falls du gerade an dem Punkt bist, wo Impulskontrolle sich nach einer unlösbaren Aufgabe anfühlt und du dir professionelle Begleitung ohne überfüllte Hundeschule wünschst, kann ich dir Lass das Glück einziehen von Mirjam Cordt wirklich ans Herz legen – preislich ist er im oberen Bereich, aber die Begleitung durch schwierige Phasen war es mir wert.

Wenn dein Welpe gerade deine Möbel zerlegt und du dich fragst, warum du dir das freiwillig angetan hast: DU BIST NICHT ALLEIN, und Impulskontrolle ist eher ein Marathon mit vielen Pinkelpausen als ein Sprint mit Endziel.